Weiterbildung Denkmalpflege: Inspiration aus der Speicherstadt Hamburg
Unsere Weiterbildung in der Denkmalpflege in der Speicherstadt Hamburg bot einzigartige Einblicke und praxisorientierte Erfahrungen im Umgang mit historischen Gebäuden.
Vergangenen Freitag hatten Annika, Monia und Matthias die Gelegenheit, an einer hochkarätigen Weiterbildung zur Denkmalpflege in der Hamburger Speicherstadt teilzunehmen. Diese Veranstaltung bot wertvolle Fachvorträge und Führungen, die die Herausforderungen und Chancen des nachhaltigen Umgangs mit denkmalgeschützter Bausubstanz beleuchteten – ein Thema, das für uns als Architekten zusammen mit der Denkmalpflege und unseren Fachplaner von großer Bedeutung ist.

Denkmalpflege trifft Nachhaltigkeit
Ein besonderes Highlight war der Vortrag und die Führung von Prof. Dr.-Ing. Harald Garrecht, der sich mit der zentralen Frage beschäftigte:
Kann ein Denkmal CO₂-neutral saniert und betrieben werden?
In der Forschungswerkstatt wird genau diese Fragestellung untersucht, um innovative und nachhaltige Lösungen für den Umgang mit historischer Bausubstanz zu entwickeln.
Dachflächen sind neben Photovoltaik ebenso für die Wärmeversorgung nutzbar. Beides wurde im Gebäude der Forschungswerkstatt in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege realisiert. Energie speichern? Geht: Im Keller konnten wir Eisspeicher und Betonspeicher besichtigen. – Beeindruckendes Gesamtsystem!
Weitere Informationen zur Forschung hier: Denkmal CO₂-neutral.
Einführung in die Geschichte und Bedeutung der Speicherstadt
Der Tag begann mit einer umfassenden Einführung in die historische Entwicklung der Speicherstadt. Als UNESCO-Weltkulturerbe repräsentiert sie ein bedeutendes Beispiel für das industrielle Erbe Hamburgs und stellt ein einzigartiges Ensemble von Lagerhäusern dar, die auf Nadelholzpfählen (nein, keine Eichenpfähle – wie allgemein beschrieben) gegründet wurden.



Fachvorträge mit Tiefgang
Neben Prof. Garrechts Präsentation waren auch die Fachvorträge der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) von großem Interesse. Die HHLA zeigte eindrucksvoll, welche Maßnahmen zur nachhaltigen Nutzung der Speicherstadt bereits in Planung sind.
Danny Maskow erläutert, wie die HHLA die Speicherstadt nachhaltig nutzt und welche Maßnahmen ergriffen werden, um den historischen Charakter zu bewahren, während gleichzeitig moderne Anforderungen erfüllt werden. Besonders hervorgehoben wurde die Zusammenarbeit mit Prof. Dr.-Ing. Harald Garrecht bei der innovativen Nutzung der Speicherstadt als Wärmespeicher. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: HHLA-Projekt Speicherstadt.
Vortrag von Dr. Ronald Franke zur energetischen Sanierung von Denkmälern
Dr. Ronald Franke präsentierte aktuelle Methoden und Herausforderungen bei der energetischen Sanierung denkmalgeschützter Gebäude. Er betonte die Bedeutung einer sorgfältigen Planung, um den historischen Wert zu erhalten und gleichzeitig energetische Effizienz zu steigern.
Bemerkenswert fanden wir die Systematische Herleitung des notwendigen Wärmeschutzes über die Nutzung und der tatsächlich verfügbarer Wärmeenergie aus erneuerbaren Quellen.
Vortrag und Führung von Prof. Dr.-Ing. Harald Garrecht: CO₂-neutrale Sanierung von Denkmälern
Ein besonderes Highlight war der Beitrag von Prof. Dr.-Ing. Harald Garrecht, der die Frage untersuchte, ob und wie Denkmäler CO₂-neutral saniert und betrieben werden können. Im Rahmen der Forschungswerkstatt werden hierzu innovative Ansätze entwickelt und getestet. Weitere Details zu diesen Forschungsprojekten sind hier verfügbar: Denkmal CO₂-neutral





Vorstellung moderner Dämmtechnologien: Aerogelputz
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Vorstellung moderner Dämmtechnologien, insbesondere des Einsatzes von Aerogelputz in der Denkmalpflege. Dieser nachhaltige Hochleistungsdämmputz ermöglicht es, historische Fassaden energetisch zu optimieren, ohne deren äußeres Erscheinungsbild zu verändern. Vielen Dank an Aerolight für die Einblicke und die Organisation dieser Weiterbildung!
Aerogelputze, wie beispielsweise der von Aerolight vertriebene CERABRAN® AEROPUTZ, bietet herausragende Dämmeigenschaften bei minimaler Schichtdicke. Durch den Einsatz von Silica-Aerogel-Partikeln erreicht dieser Putz einen bemerkenswert niedrigen Wärmeleitfähigkeitswert von 0,028 W/(m·K). Dies ermöglicht eine effiziente Dämmung mit deutlich geringeren Schichtstärken im Vergleich zu traditionellen Wärmedämm-Verbundsystemen. Bereits mit einer Dämmschicht von 2 bis 3 cm wird der Mindestwärmeschutz erreicht, wodurch unerwünschte Effekte wie „Schießscharten“ an Fenstern und Türen vermieden werden.
Zudem ist der Putz rein mineralisch und frei von Erdöl, chemischen Zusätzen, Kunststoffen und Bioziden.
Relevanz für unser Architekturbüro
Diese Weiterbildung hat unser Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit denkmalgeschützter Architektur weiter geschärft. Sie bestärkt uns darin, innovative Lösungen für die Sanierung und den langfristigen Erhalt historischer Bauten zu entwickeln – stets mit Blick auf Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und den Erhalt des architektonischen Erbes.
Wir freuen uns darauf, das neu gewonnene Wissen in unsere zukünftigen Projekte einfließen zu lassen und mit Kollegen sowie Fachplanern über nachhaltige Denkmalpflege in den Austausch zu gehen.
Habt ihr Fragen oder eigene Erfahrungen zum Thema? Lasst uns gerne in den Kommentaren diskutieren!
